Ivan Sedliský

Ivan (Ivo) Sedliský

geb. 14. Mai 1926 in Ostrava gest. 19. März 1999 in Prag

bedeutender tschechischer Maler des 20. Jahrhunderts (Ölmalerei)

  • geboren als Ivan Kopřiva, Bruder des tschechischen Grafikers und Typografen Milan Kopřiva, zwei Mal verheiratet (erste Ehefrau Božena, zweite Ehefrau Dana)
  • Absolvent der Akademie der Bildenden Künste Prag (AVU, 1946-1952) bei Professor Vratislav Nechleba, in den Folgejahren bis 1960 war er dessen Assistent
  • seine Neffen sind die Zwillinge Karel und Maxim Havlíček (1974), ein preisgekrönter tschechischer Komponist und ein im internationalen Maßstab renommierter tschechisch-amerikanischer „contemporary“ Maler
Ivan Sedliský

In seinem Schaffen widmete er sich vorwiegend figürlichen Kompositionen, viele seiner Arbeiten sind monumental (größer als ein Quadratmeter). Berühmt wurde er durch seine Frauen-Porträts, aber auch durch großformatige Bilderzyklen mit Themen wie historischen Städten, Malern der Weltgeschichte, Schauspielern, Politikern oder Auto-Rennfahrern. Durch seine markante Technik und Farbpalette hebt er sich beträchtlich von anderen Malern ab, sein individueller Stil ist unverkennbar. Er ist der einzige Maler seiner Generation, der das Monumentalwerk systematisch weiterentwickelte. Seine monumentalen Bilder komponiert er als Fresken oder Sgraffitos. Er ist ein Realist, dessen Stil als symbolistischer Realismus charakterisiert werden kann, der die Zeitachse von der Antike bis zur modernen Wissenschaft und der Technik, die diese Wissenschaft repräsentiert, nutzt. Das alles versucht er in einem einzigen monumentalen Werk auszudrücken. Es handelt sich um einen zeitlosen symbolistischen Realismus, der sich durch eindeutig definierte Formen, feste Zeichnungslinien und Farbenfreude auszeichnet. Er verwendet gezielt gegenständliche Zeichen, Symbole oder Allegorien. Das Werk von Ivan Sedliský ist auch im internationalen Kontext einzigartig. Ähnlich wie beim Werk von Jan Zrzavý, bei der nicht-kubistischen Schaffensphase von Josef Čapek, der nicht- kubistischen Phase von Antonín Procházka und natürlich dem rein tschechischen Josef Lada finden wir in der weltweiten Malerei auch bei Ivan Sedliský keine Parallelen. In den 1960er und 1970er Jahren wurden seine Bilder nicht nur in seiner Heimat, sondern zum Beispiel auch in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, in Dänemark, Algerien und Kanada ausgestellt. Seine Werke sind in Galerien und privaten Sammlungen in ganz Europa, Mexiko und Nordamerika vertreten. Die letzte Ausstellung nach seinem Tod, auf der mehr als vierzig Bilder gezeigt wurden, fand 2012 im Schloss Letovice nördlich von Brünn statt.

Ivan Sedliský zählt zu den markantesten Porträtisten des 20. Jahrhunderts weltweit.

Frühwerk (1958-1965) Mittleres (1966-1987) Spätwerk (1988-1995)


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